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Gisela Bierbach-Enderle

Rost & Patina

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Artificia  21.- 22.10.2017   |   Gonsenheimer Rathaus

 

Träume, Fantasiereisen und Metamorphosen bei der Jahresausstellung von Artificia im Gonsenheimer Rathaus
 

Von Nicole Weisheit-Zenz  (Allgemeine Zeitung Mainz)  24.10.2017


GONSENHEIM - Sterne und Stillleben, Schrauben und Strichvariationen: Wie vielseitig interessiert und talentiert die Mitglieder und Gastaussteller des Künstlerkreises Artificia sind, zeigte ihre große Jahresausstellung, die am Wochenende im Gonsenheimer Rathaus zu sehen war. Die gut besuchte Eröffnung untermalte Christine Pfeiffer mit zauberhaften Klängen ihrer keltischen Harfe.

Das Fernweh weckte auch Evelyn Hermann-Schreiber: Sie hatte meteorologische und tektonische Gegebenheiten der Azoren erkundet und in Pastellbildern festgehalten. Üppige Vegetation und ein Vulkan inspirierten sie zu Gedankenreisen in die Geschichte, wie die Landschaft durch Lavaströme entstanden sein könnte. Als Vorsitzende des Künstlerkreises stellte sie ihre Kollegen und Werke vor.

Noch weitere führte die Fantasiereise Claudia Eckstein-Strehlow, die farbintensiv und dramatisch das Universum darstellte, mit Variationen von Licht oder Dunkelheit, kosmischen Erscheinungen und leuchtenden Sternen in Ölfarben. Die Faszination der Technik sprach aus den meisterhaften Zeichnungen von Evelyn Inhoffen, mit Kurbeln und Ketten, Muffen und Muttern, Schläuchen, Zahnrädern und anderen, ästhetisch reizvoll präsentierten Details, in Pastellfarben mit Metallic.

Nebenan präsentierte Eveline Regh Bleistiftzeichnungen, bei denen sie mit immer neuen Linien, Strukturen und Variationen experimentierte für ihre fiktiven Landschaften und Metamorphosen. Das Werden und Vergehen zu dokumentieren ist auch Gisela Bierbach-Enderle aus Gonsenheim ein Anliegen in ihrer „Poesie der Vergänglichkeit“. Mit diversen Materialien und Schichten erzeugt sie auf abstrakte Weise Verwitterungsspuren und Effekte, auch mit Porträts von Persönlichkeiten. Ihre Standnachbarin Trina Mennenga-Hillen zeigte Werke, die viel Ruhe ausstrahlten und einluden, sich Zeit zu nehmen zum Betrachten und Meditieren. Auf ihre Leinwände hatte sie Leinengarn gestickt und Pigmentpulver aufgetragen, wodurch reizvolle Farbnuancen entstanden sind.

Schwarzes Velourspapier hatte Hermann R. Petersohn gewählt für seine Bilderserie in Pastellkreide, neben dem Objekt „Nocturne“, das angenehme und Angst auslösende Träume zeigte. Wiedehopf Wido war unterwegs in den Urlaub oder warb um die Gunst von Schönheiten. Zum Schmunzeln regten auch die Bilder von Florian Franke an, der die Künstlergruppe beim technischen Gestalten unterstützt und dessen Metier die Fotografie ist. Aus dem Blickwinkel einer Lego-Figur hatte er Aufnahmen gemacht, auf Entdeckungsreise in der Natur, mit dem winzigen Wandersmann.

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